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...Wie entsteht eine Choreographie?
Zunächst hat die Tänzerin eine vage Idee des neuen Tanzes. Nun
muß sie sich überlegen, welchen Tanzstil sie wählen wird: Plant
sie einen traditionellen Tanz, der möglichst authentisch aufgeführt
werden soll, oder einen folkloristischen Bühnentanz? Wird sie
im Nachtclub oder im Restaurant auftreten? Hat sie ein Thema,
das sie mit einem Ausdruckstanz interpretieren will, oder wird
es ein spiritueller Tanz? Je fremder ihr der Bereich des Tanzes
ist, desto stärker ist sie gefordert, sich über den Stil, seine
Entstehung, sein kulturelles Umfeld etc. so umfassend wie möglich
zu informieren. Besonders sorgfältig muß sie die Musik auswählen;
Art und Länge des Stückes sind so wichtig wie die Überlegung,
für welche Zielgruppe der Tanz entworfen wird. Ein halbstündiges
Folklorestück mag in seinem Ursprungsland authentisch sein, für
deutsche Ohren ist z. B. Originalmusik mit Zurna und Davul nur
kurze Zeit erträglich... |
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...Für orientalische Gruppentänze gibt es weit mehr Bodenmuster als
Kreis, Diagonale, Korridor, V-Formation oder Diamant. Sehr wichtig
ist das Bühnengleichgewicht, d. h. Massenansammlungen auf einer
Seite, während auf der anderen Leere herrscht, vermeiden; gleichzeitige
oder aufeinanderfolgende Wechsel der Bühnenseiten oder Ebenen
einbauen und die Bühnenschwerpunkte berücksichtigen, denn das
Auge bevorzugt bestimmte Stellen der Bühne, die für wichtige Aussagen
genutzt werden können...
..Vieles hat sich in der orientalischen Tanzszene Deutschlands bereits
positiv entwickelt. Inzwischen verstärkt sich die Tendenz weg
von der Nummernshow, deren Energiepegel durch die Ansagen immer
wieder unterbrochen wird, weg von der Mammutshow, deren Tänzerinnenanzahl
nur die Konzentrationsfähigkeit und Geduld des Publikums auf die
Probe stellt. Mehr und mehr Qualität auf der Bühne läßt hoffen,
daß professionelle Choreographien und richtige Bühnentechnik bald
so selbstverständlich zum Auftritt gehören wie das professionelle
Out-fit und die solide Tanztechnik.
Havva
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