Sie heißen Shikhat, Nailiyat, Azriyat oder Ghawazee. Zu Hause sind sie in Marokko, Algerien und Ägypten. Gemeinsam ist ihnen ein zweifelhafter Ruf, wie er Frauen ihres Gewerbes bis heute meist anhängt. Zu Recht, wenn man sich moralische Wertmaßstäbe der islamisch-patriarchalischen Gesellschaftsform zu eigen macht (die auch der christlichen Kultur nicht fremd sind). Zu Unrecht, wenn man nicht moralisierend wertet und ihren Beruf als einen unter vielen ansieht. Mit Tanz, Gesang und käuflicher Liebe verdienten sie ihr Geld, ihre Aussteuer und oft genug unterhielten sie damit ihre Stammfamilie, welche davon recht gut lebte. Es waren und sind ledige Frauen ebenso wie geschiedene oder früh verwitwete, die sich auf diese Art durchs Leben schlagen.

Die Tänzerinnen der Ouled Nail in Algerien

Besonders über die algerischen Nailiyat wurde viel geschrieben. Als bevorzugtes Ziel und Thema französischer Reisender gingen diese ungewöhnlichen Tänzerinnen in die Literatur ein. Auf zahlreichen Kolonialpostkarten sind sie verewigt. Berichte über die Tänze der Nailiyat finden sich unter anderem bei Isabell Eberhardt, W. Kobelt oder auch dem Tänzer Ted Shawn, der zusammen mit der Tänzerin Ruth St. Denis Algerien besuchte. Einer dieser Reiseberichte stammt von Guy de Maupassant, der 1881 und 1887 in Algerien war. De Maupassant versuchte, die Araber zu verstehen, und prangerte das ihnen angetane Unrecht an.
Aus seiner Schilderung „Reisen nach Nordafrika“ hier di

Wie so viele meiner zivilisationsgeschädigten Mitmenschen ließ ich mich damals von den angeblich so positiven Auswirkungen östlicher Bewegungstechniken beeindrucken. Ihre Lehrmeister versprachen, daß mit körperlicher Bewegung innere Harmonie zu erlangen und Stress abzubauen seien. Die Versprechungen, daß durch Tai Chi oder Schattenboxen Leib und Seele verschmelzen, Atmung und Kreislauf, Stoffwechsel und Immunsystem in Schwung kommen, sollten sich nicht unbedingt bewahrheiten. (...)


(...) Die Tänze aller traditionellen Profiunterhaltungs-tänzerinnen der genannten Länder zeichnen sich besonders durch ihre starke körpersprachliche, erotische Präsenz aus, die sich in den vielfältigen kleinen, schnellen Hüftbewegungen manifestiert; sie werden durch die verhüllende Kleidung eher betont, wodurch sie noch reizvoller wirken. (...)


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Printausgabe TANZOriental 2/01
Gesamtartikel von Havva:
Ab S.4 in der Februarausgabe
von TANZOriental