Gesamtartikel von Günter Dietz:
S. 29-30 in der Februargabe von TANZOriental
August Macke wuchs in Bonn und Köln auf. In Düsseldorf besuchte er die Akademie und die Kunstgewerbeschule. Als reiselustiger Maler, bereiste er Italien, Belgien, Holland und England...

...Sein Lieblingsmotiv war der Mensch: Der Mensch in der Landschaft - Frauen in engen fußlangen Kleidern vor Modeläden - Spaziergänger auf der Brücke und im Park. In den Darstellungen dieser Motive glückte ihm die Verwandlung des Sichtbaren in ein lyrisches Gesamtbild farbiger Formen: Menschen und Dinge sind von weichen Umrissen umzogen und immer ist es die Farbe, die den Aufbau des Bildes bestimmt. Die Ölfarbe wird, wie auf Aquarellen, leicht hingestrichen.

Im April 1914 fuhren Macke, Louis Moilliet und Klee von Marseille nach Tunis. Nur zwei Wochen dauerte die Begegnung mit der afrikanischen Frühlingslandschaft. Aber diese Tage waren von einer fast rauschhaften Produktion erfüllt; täglich entstanden bis zu 50 Skizzen und Zeichnungen. Die Summe der Reise bilden 38 Aquarelle wie Kairuan I, Ansicht der uralten Berberstadt, Landschaft am Meer oder Blick in eine Gasse (Titelbild TANZOriental 2/98); damit erreichte Macke eine neue Stufe der Reife. Die durchsichtig hellen Wasserfarben, mit leichter Hand aufgetragen, vereinen sich zu klaren Harmonien bar jeder Unreinheit. Die "Seligkeit der Farben", die Macke suchte, strahlen diese Aquarelle aus...

August Macke, Blick in eine Gasse, Städtisches Museum Mülheim/Ruhr, Sammlung Ziegler