Samba und Brasilien gehören zusammen

wie Feuer und Rauch, wie Blitz und Donner,

wie Tag und Nacht.
... Wo der Rhythmus als wichtigster Kommunikator fungiert, wo Lieder Geschichtenerzähler, Telegraphen, Klatschspalten und Literatur sind, wo Musik alle Lebensbereiche tangiert, da ist die Samba geboren. In ihr vereinen sich Tanz, Rhythmus, Gesang, Improvisation, Gebetsform, Poesie, Spiel und Lebensphilosophie:?Wer die Samba nicht mag, ist vom falschem Schlag“, lautet eine brasilianische Liedstrophe.

Die Samba ist relativ jung. 1916 erschien in Brasilien die erste Sambaschallplatte, und erst in den 30er Jahren entstanden Sambagruppen, die sog. Escolas da Samba. Die Sambawurzeln finden sich im 17. und 18. Jahrhundert in Afrika, wo sich aus den Kreistänzen immer mehr Paartanzformen entwickelten. Die Verwandtschaft mit orientalischen Tänzen kann die Samba schon deshalb nicht leugnen, aber vor allem Hüft- und Beckenbewegungen haben viele Gemeinsamkeiten und deuten deshalb auf gemeinsame Ursprünge hin. In Brasilien fanden Musik und Tanz einen idealen Nährboden für die Entwicklung einer eigenständigen Musik- und Tanzkultur. Zum einen drückt sich in der Samba kultureller Widerstand aus, denn sie ist die Musik der Armen und Unterdrückten. Zum anderen zeigt sich eine enge Verbindung zur afro-brasilianischen Religiosität.
Heute gibt es die Samba in vielen Spielarten: Samba-Enredo, Pagode, Samba de terreiro usw. Kreativ und verspielt haben die Brasilianer sogar Rock, Pop, Jazz und Volksmusik in die Samba eingeflochten und sind doch den Wurzeln und Eigenarten treu geblieben. ...

Lesen Sie weiter in der Printausgabe TANZOriental 2/99
Sambafoto: ©Harksheider Verlagsgesellschaft mbH
Gesamtartikel von Günter Dietz:
S. 10 in der Februarausgabe von TANZOriental