Seit 1895, als die Bilder laufen lernten, spielen exotische Elemente in der Kinowelt eine wichtige Rolle. Häufig sind es die Reizwörter für orientalische Klischees wie Palmen, Moscheen, edle Scheichs, verhüllte Prinzessinnen oder Fatimas lockende Blicke, die den Reiz des Ungewöhnlichen, des Andersartigen, des Rätelhaften auslösen und ein besonderes emotionales Klima schaffen. Die richtige Dosierung des Fremdartigen, zum richtigen Zeitpunkt, soll, psychologisch gesehen, für Herz und Gemüt Gewißheit und Erlösung bringen. Je weiter sich der Schauplatz eines Filmgeschehens und die im Film dargestellte Zeit von der Wirklichkeit entfernen und je phantastischer die dargestellten Geschichten sind, desto wahrscheinlicher ist der Griff in die Darstellungskiste exotischer Stilmittel.

Die Traumfabrik Kino ist für ihre Zuschauer eine Realitätsfabrik: Die Aneignung des Fremden, Fernen, Unbekannten durch den Film und die scheinbare Aufdeckung aller Geheimnisse unserer Welt durch ihre Abbildung und Vervielfältigung sind dementsprechend umfassend und betreffen, laut filmwissenschaftlicher Aussage, alle Epochen der Filmgeschichte, alle Filme produzierenden Staaten und nahezu alle Filmgattungen.

Drei interessante Phänomene entwickelten sich im Laufe der Filmgeschichte. Zum einen gab es immer irgendwelche exotische Filmstars, zum zweiten entwickelte sich eine Art populärer exotischer Unterhaltungsfilm und zum dritten spiegelt sich der Wunsch nach exotisch Fremdem in der noch jüngeren Branche des Dokumentarfilmes über fremde Länder, Völker und Kulturen wider.(...)


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Printausgabe TANZOriental 4/00
Doch Hollywoods Traumfilmfabrik der fünfziger und sechziger Jahre produzierte einen Star nach dem anderen. Während Liz Taylor mit dem Monumentalfilm »Cleopatra« (1963) vor allem wegen ihrer Gage von einer Million Dollar für Aufsehen sorgte, wurden Peter O‘Tool und Omar Sharif in dem amerikanischen Film »Lawrence von Arabien« (1962) zu einer Art Legende für eine gesamte Zuschauergeneration.
Gesamtartikel
von Donna Malskies:
Ab S.4 in der Aprilausgabe
von TANZOriental