(...) Während der Uraufführung boten Bühnenbild und Kostüme ein für damalige Ballettaufführungen kaum vorstellbares Bild. Tänzerinnen, die den Eindruck griechischer Statuen auf einem Fries vermitteln sollten, bestimmten die Szenerie. Ihre Augen waren weißlich-rosa geschminkt, sie sollten wie Tauben wirken. Unter ihren cremefarbenen, in Falten gelegten Tuniken, die mit griechischen Ornamenten lichtblau und apfelgrün bemalt waren, trugen sie keine Trikots. Fußsohlen und Zehen waren rosarot bemalt und goldene Locken fielen auf ihre Brüste.
Während sich der Vorhang öffnete, lag Nijinsky als Fabelwesen der Länge nach auf einem Felsen, ein Bein angewinkelt, eine Flöte an den Lippen. Er trug ein enganliegendes Trikot, das mit großen kaffeebraunen Flecken bemalt war, die sich auf den nackten Armen und Händen fortsetzten wie bei einer Tierhaut. Seine Lenden schmückte eine kleine Girlande aus grünen Blättern, die hinten in einem Schwänzchen endete. Den Kopf zierte eine Perücke aus goldenen Haaren, aus denen zwei kurze, gewundene Hörner ragten. Das Make-up betonte die Schrägstellung seiner Augen und ließ den Mund plump erscheinen. Die Ohren waren mit fleischfarbenem Wachs verlängert und wirkten spitz wie Pferdeohren. (...)
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Printausgabe TANZOriental 4/01 |
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