Nach wie vor fordern arabische Frauenrechtlerinnen wie Nawal Saadawi (Ägypten), Fatema Mernissi (Marokko), Laila al Osman (Oman, Palästina), Sahar Khalife (West-Jordan), daß die Frauen im arabischen Kulturkreis endlich den Männern gleichgestellt werden. (...)

Die Realität sieht auch heute noch anders aus: sechzig Prozent Analphabeten bei den Frauen, auf dem Lande bis zu neunzig Prozent. Die Soziologin Fatema Mernissi veröffentlichte bereits in den achtziger Jahren in ihrem Buch "Geschlecht, Ideologie und Islam" Beispiele für Frauen, die den traditionellen Raum, sprich ihre häusliche Rollenzuweisung, verlassen haben und einer Beschäftigung nachgingen. Die wirtschaftliche Situation zwinge die Frauen mitzuverdienen, stellte sie fest. Jedoch gibt es für berufstätige Frauen keine Absicherung. (...)

Um diese ungewisse Situation zu ändern, legte die Regierung in Rabat bereits vor einem Jahr einen Gesetzentwurf zur Integration der Frauen vor. Der Integrationsplan sieht Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Beschäftigung sowie im Zivilrecht vor, Sonderprogramme sollen helfen, daß jährlich 250 000 Frauen lesen und schreiben lernen. Auch die Geburtenkontrolle und die Gesundheitsvorsorge soll durch diesen Gesetzentwurf mehr in den Blickpunkt der Regierung geraten. Bei Lebensgefahr für eine werdende Mutter ist sogar das Recht auf Abtreibung vorgesehen. Frauen sollen auch stärker vor Geschlechtskrankheiten geschützt werden. Geplant ist zudem eine finanzielle Unterstützung von Einrichtungen für alleinerziehende Mütter und Ausbildungsplätze für Frauen und Mädchen.(...)


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Gleichberechtigung
von Mann und Frau,
z. B. in Marokko:

Familienrecht
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