Nachdem das nordafrikanische Kino lange Zeit unbeachtet geblieben war, fanden einige Filme der neunziger Jahre aus Algerien, Marokko und Tunesien auch in Europa ihr Publikum. 1999 präsentierte der französich-deutsche Kultursender Arte eine kleine Reihe zum nordafrikanischen Kino mit Spielfilmen aus Algerien, Tunesien und Frankreich. In diesem Rahmen wurde der französisch-arabische Kinofilm Palast des Schweigens zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Die nordafrikanische Regisseurin Moufida Tlatli, die an der Pariser Filmhochschule IDHEC studiert und lange als Cutterin gearbeitet hatte, konnte 26 Jahre nach Studienabschluß mit Palast des Schweigens ihren ersten Spielfilm realisieren. Zur Zeit ist sie mit dem neuen Film La Saison Des Hommes beschäftigt, der von Arte France Cinéma koproduziert wird.


Wo ist der »Palast des Schweigens« zu sehen?
Bereits 1994 erhielt dieser Film bei den Filmfestspielen in Cannes die Auszeichnung Goldene Kamera. Weitere internationale Preise folgten in Istanbul und später in Karthago und Toronto. Im April wurde der Film im Kultursender 3sat erneut in Deutschland ausgestrahlt und ist nun auch als Video im Handel zum Preis von ca. 45 Mark erhältlich. Palast des Schweigens ist in arabischer Sprache verfaßt und mit deutschen Untertiteln versehen. Seine Spielzeit beträgt 124 Minuten.


Wovon handelt der Film?
Der Sängerin Alia gelang die Flucht aus einem tunesischen Herrscherpalast, wo sie die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens als Tochter einer Hausangestellten verbrachte. Als der tunesische Prinz Sidi Ali stirbt, kehrt sie zum Palast zurück. Die Erinnerungen an ihre Jugendzeit holen sie immer wieder ein und bedrücken sie so sehr, daß sie ihren Beruf als Sängerin nur noch mit Mühe ausüben kann. Beim Durchschreiten der vertrauten Palasträume und durch die Begegnung mit den trauernden Frauen werden Bilder aus ihrer Vergangenheit wach. (...)


Lesen Sie weiter in der
Printausgabe TANZOriental 6/01
(Ein Film, der durch seine wunderschönen Bilder, außergewöhnlichen Darstellerinnen und seine ergreifende Geschichte beeindruckt. (Arte)
Gesamtartikel von Donna Malskies
Ab S.6 in der Juniausgabe
von TANZOriental