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Diskussion, Findung, Thema ohne Ende?
Meine Lehrerin vermittelt nur klassischen ägyptischen Bauchtanzstil, oder: Ich tanze ausschließlich Raqs Sharqi sind Aussagen, die ich im Internet lese oder die mir im realen Leben (IRL*) immer wieder zu Ohren kommen. Über das Thema Umgang mit dem richtigen, authentischen Bauchtanz streitet sich wohl die bauchtanzende Szene in Amerika und Europa schon, seit es sie gibt.
Eine entrüstete Freundin berichtet von einem Disco-Erlebnis. Eine Bauchtänzerin zelebriert ihren Tanz auf dem Tisch. Meine Bekannte fragt mich: Wo ist der Unterschied zwischen Tabledance, Bauchtanz und orientalischem Tanz? Was ist nun echter, überzeugter und glaubwürdiger Bauchtanz?
Meist sind meine Gesprächspartner höchst überrascht, wenn ich mit dem Satz reagiere: Das ist doch alles deutscher Bauchtanz. Wie in der Mode, in der Architektur, selbst im Ballett, das in Europa auf eine gefestigte Tradition zurückschauen kann, werden alte Stilrichtungen immer wieder aktuell, denn kein Mensch wird das Rad neu erfinden können. Daß in anderen Tanzrichtungen mit Authentizität und Ursprünglichem lockerer als in der Bauchtanzszene umgegangen wird und kaum noch jemand die Glaubwürdigkeit der inzwischen nicht nur in Deutschland hiphoptanzenden Jugendgruppen hinterfragt, soll am Beispiel dieses zur Zeit populären Musik- und Tanzstils nachvollzogen werden. (...)
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Printausgabe TANZOriental 8/00 |
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Fantasy Belly dance
Musik: Jede Musik, die passend erscheint ...
Kostüm: Jedes Kostüm möglich ... häufig entspricht es Klischeevorstellungen
Vokabular: U. a. Elemente ägyptischer Folklore, Bewegungselemente aus anderen orientalischen Ländern, Modern Dance, Ballett ...
Charakter: Wirkt u. U. wie beim Karneval, aber auch Profitänzerin mit exzellenter Ausstrahlung und Können möglich ...
Umfeld: Tänzerinnen stammen aus allen Schichten. Tanzen bei: Party, Bühne, Show ...
Baladi
Musik: Musik eines ägyptischen Dorfes mit typischen Instrumenten; Livemusik von einheimischen Musikern ...
Kostüm: Galabiya, Hüfttuch ...
Vokabular: Einfache, sich wiederholende Schritt- und Hüftbewegungen ...
Charakter: Es wird aus Freude an der Bewegung und zur Unterhaltung ohne viele Schnörkel getanzt ...
Umfeld: Tanz im Heimatdorf ...
Hip Hop
Musik: Rhythmischer Sprechgesang - Rap, schneller Rhythmus, lautstarker Baß (am Anfang ghetto blaster) ...
Kostüm: Alltagskleidung der Jugendlichen einfacher Volksschichten, z. B. lange Jogginghosen und Kapuzenpulli bzw. T-Shirt, Schlaghosen und kurzes Top ...
Vokabular: Eckig und abgehackt wirkende Bewegungsmuster der Arme (roboterhaft), schnelle rhythmische Schrittmuster, Drehungen und Spins, immer leicht federnd bzw. hüpfend ...
Charakter: Getanzt wird als Gruppe, meist akrobatische Tanzteile als Soloeinlage (Überschläge, einarmiger Handstand, Salto, Helikopter), ein leader gibt die Schrittfolgen vor; der Zusammenhalt der Gruppe erfolgt häufig aus dem sozialen Umfeld ...
Umfeld: Tanz der Jugendlichen in der South Bronx/New York zu Beginn der 70er Jahre; findet auf der Straße statt, später in Gemeindezentren, Schulen, Discos ...
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