Der Empfang bei ARTE ist in französischer sowie in deutscher Sprache möglich. Die Sendezeit beginnt zwar erst um 19 Uhr, um so gefälliger ist jedoch die tagsüber gesendete Programmvorschau...

...Kulturelle Inhalte möglichst vielen Menschen nahezubringen, das ist das oberste Ziel von arte-tv...

...Orient - Trugbild des Okzidents

ARTE-Koproduktionen erhielten zahlreiche Auszeichnungen auf den renommiertesten Film- und Fernsehfestivals der Welt. Schon vor einigen Jahren beeindruckte der Sender in Deutschland u. a. mit der dreiteiligen Sendung Orient - Trugbild des Okzidents -, die 1990 von La Sept produziert wurde. Der Film setzt sich mit den verschiedenen Klischees und Bildern des Orients auseinander.

Mit umfangreichem historischem Bild- und Filmmaterial, Kunstgemälden, Tagebuchauszügen, Reiseberichten sowie architektonischer Kunst dokumentiert der Film in zweieinhalb Stunden ein Spiegelbild orientalischer Länder, das sich aus europäischer Sichtweise entwickelte. Das historische Gedächtnis greift den geschichtlichen Faden bei den Kreuzrittern auf, spannt den Bogen über Napoleon, die Abbasiden und Fatimiden, das osmanische Reich, den französischen und englischen Kolonialismus bis zur Gegenwart. Dazwischen gibt es detaillierte Interviews zum überaus umfangreichen und interessanten Thema...

...Die in Paris lebende tunesische Tänzerin Leila Haddad, gefilmt während des Tanzunterrichts mit europäischen Frauen, ist mit einem kurzen Statement zum Thema dabei:

Diese Leute kamen nach Nordafrika aus einem extrem puritanischen Frankreich oder England, wo schon das Zeigen nackter Füße als erregend galt. Und - ich wäge meine Worte gut - plötzlich fanden sie sich in der Hitze des Orients wieder, Moschus, Jasmin, all diese betörenden Düfte, und dann die Frauen, die mit wogenden Bewegungen tanzten, wie es vom Gang eines Kamels gesagt wird oder dem Schlangentanz, also sehr rund, wogend, sicher sehr sinnlich. Aber welcher Tanz ist das nicht, wenn man obendrein Bauch zeigt. Das hat diese armen Herren vollkommen durcheinandergebracht. Aber leider schleppt man diese Päckchen bis heute herum. Immer noch gibt es diese Idee, der orientalische Tanz sei für die Männer gemacht, aber in Nordafrika und im mittleren Orient tanzt man für Männer, Frauen, Kinder, für alle. Das ist ein Tanz der Freude und des Vergnügens. Aber Vergnügen im weitesten Sinne...
Gesamtartikel von Donna Malskies: S. 4-7 in der Augustausgabe von TANZOriental