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D Der vierteilige Roman-Zyklus des englischen Schriftstellers Lawrence
Durrell wurde auch als Alexandria-Tetralogie bekannt. Der Autor
fand u. a. weltweit Beachtung durch seinen Briefwechsel mit dem
Literaten Henry Miller (Lawrence Durell - Henry Miller: Briefe
1935-1959).
Leseprobe aus Band III Mountolive
(... )Sie hatte als junges Mädchen ihre Studien in Kairo zu einem
erfolgreichen Ende geführt und einige Jahre lang in der Hoffnung
gehegt, nach Europa zu gehen und sie dort fortzusetzen. Sie hatte
Ärztin werden wollen. Aber zu jener Zeit waren die ägyptischen
Frauen schon froh, wenn sie dem schwarzen Schleier entkommen und
aus den engen Grenzen der ägyptischen Gedanken- und Gesellschaftswelt
ausbrechen konnten. Europa war für die Ägypter lediglich ein Einkaufszentrum,
das die Reichen aufsuchten. Natürlich reiste sie einige Male mit
ihren Eltern nach Paris und verliebte sich in die Stadt wie wir
alle, aber als es darauf ankam, das Wagnis zu unternehmen, die
Barriere ägyptischer Gepflogenheiten zu durchbrechen und sich
der elterlichen Umklammerung zu entwinden - ein Leben zu beginnen,
das einem klugen Geist Nahrung geboten haben würde -, scheiterte
sie an der Klippe des Konservatismus ihrer Eltern. Sie müsse heiraten
und Ägypten zu ihrer ständigen Heimat machen, sagten sie kalt
und wählten unter den reichen Männern ihres Bekanntenkreises den
angenehmsten und fähigsten, den sie finden konnten, für sie aus.
So stand Leila am äußersten Rand dieser Träume, schön und reich
(in der alexandrinischen Gesellschaft nannte man sie "die dunkle
Schwalbe"), und alles wurde für sie schattenhaft und wesenlos.
Sie mußte sich unterwerfen. Selbstverständlich würde niemand etwas
einzuwenden haben, wenn sie alle paar Jahre einmal mit ihrem Mann
nach Europa führe, um dort einzukaufen oder ihre Ferien zu verbringen
... Aber ihr Leben mußte Ägypten gehören.
(...)
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